Übermensch durch Wissenschaft und Technik? – Fazit
Der Weg des Übermenschen ist laut Nietzsche kein Weg den die ganze Menschheit beschreiten soll oder kann. Mit Blick auf den „letzten Menschen“, wie er sich in der heutigen Zeit andeutet, beweist er nahezu prophetische Voraussicht, auch wenn die gesellschaftlichen Umwälzungen langsamer vonstatten gingen als er es sich gedacht hat.
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Übermensch durch Wissenschaft und Technik? – Das Menschenbild
Der Evolutionstheorie zufolge ist der Mensch nur ein kleiner Ast im Baum des Lebens und die Spezies homo sapiens wird sich in unvorhersehbare Richtungen weiter verändern. In dem Sinne versteht man auch Nietzsches Sicht auf den Menschen:
„Der Mensch ist ein Seil, geknüpft zwischen Tier und Übermensch, – ein Seil über einem Abgrunde“ [11]
Übermensch durch Technik und Wissenschaft? – Technik und Wissenschaft
Gute Philosophie durch Technik und Wissenschaft
Philosophie trat zwar in ihrem Anfang als die Wissenschaft schlechthin auf, mittlerweile musste sie ihre Kompetenzen an andere Fachbereiche abgeben. Die Entwicklung der modernen Wissenschaft im 19. Jahrhundert zu einer Reinheit und Konsequenz die die alt- griechische Form der Wissenschaft übertraf hatte einen bleibenden Einfluss auf die Philosophie:
„Die Reinheit der Wissenschaft fordert die Reinheit der Philosophie“ [14]
Der modernen Wissenschaft ist nichts gleichgültig, nichts soll Geheimnis bleiben. Damit ist sie grundsätzlich unfertig.
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Übermensch durch Wissenschaft und Technik? – Der Übermensch
Der Begriff „Übermensch“ ist in verschiedenen Bedeutungen schon seit dem 1. Jahrhundert v. Chr. bekannt, zumeist mit einer spöttischen Note mit Bezug auf selbsternannten „höhere“ Menschen. [9]
Im Rahmen dieser Arbeit wird der Begriff Übermensch im Sinne Nietzsches verwendet.
Verwendung bei Nietzsche
Der Übermensch taucht bereits früh in Nietzsches privaten Schriften auf und findet auch in seinem ersten Buch „Menschliches, Allzumenschliches“ Erwähnung [10]. Eine zentrale Rolle bekommt der Übermensch in „Also sprach Zarathustra“ [11]. Dieses dichterisch – philosophische Werk wird von vielen als sein Hauptwerk angesehen, Nietzsche selber bezeichnete es als „Buch für Alle und Keinen“, da er in seiner Zeit keine geeigneten Leser sah. Dieses spiegelt sich auch in seiner Figur Zarathustra, die ihre in der Einsamkeit gewonnenen Weisheiten mit den Menschen teilen möchte, in der Stadt bei der Predigt vom Übermenschen aber nur auf Spott und Hohn trifft und sich darauf hin zurück zieht auf der Suche nach „bedeutenden Geistern“.
Drei bedeutende Botschaften hat Zarathustra für die Bewohner der Stadt „Bunte Kuh“:
- Der Tod Gottes
- Die “Lehre vom Übermenschen”
- “Bleibt der Erde treu”
Übermensch durch Wissenschaft und Technik? – Nihilismus
Die nicht nur von Nietzsche empfundene zunehmende Situation am Ende des 19. Jahrhunderts in Europa:
Gott ist tot, an Wohnungsnot gestorben, die Kirchen nichts als seine Grabmäler. Was bleibt ist das nihil – nichts. Kein Sinn des Lebens, keine absolute Moral und damit einhergehend der Zusammenbruch jeglicher Gesellschaftsstrukturen und Werte sofern die Menschen nicht den Nihilismus zu überwinden lernt.
Nun ist seitdem die Menschheit weder der Anarchie noch dem kollektiven Selbstmord anheim gefallen, was die Frage aufwirft, ob dieses Ziel bereits erreicht ist, beziehungsweise parallel mit dem religiösen Einfluss auf das Leben erreicht wurde, oder dieser sogar immer noch so stark ist, dass er die Welt zusammen hält, was in einen Widerspruch zu Nietzsches Beobachtung darstellen würde.
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Übermensch durch Wissenschaft und Technik? – Einleitung
„Wohin bewegen wir uns? Fort von allen Sonnen? Stürzen wir nicht fortwährend? Und rückwärts, seitwärts, vorwärts, nach allen Seiten? Gibt es noch ein Oben und ein Unten? Irren wir nicht durch ein unendliches Nichts? Haucht uns nicht der leere Raum an?
Ist es nicht kälter geworden? Kommt nicht immerfort die Nacht und mehr Nacht?
Müssen nicht Laternen am Vormittag angezündet werden? Hören wir noch nichts von dem Lärm der Totengräber, welche Gott begraben? Riechen wir noch nichts von der göttlichen Verwesung? – auch Götter verwesen!
Gott ist tot! Gott bleibt tot! Und wir haben ihn getötet! Wie trösten wir uns, die Mörder aller Mörder?“ [1]
Mit dieser Beobachtung leitet Friedrich Nietzsche das Ende der Religion in Deutschland zwar nicht ein – das haben vor ihm bereits andere Schriftsteller und Philosophen wie Feuerbach oder auf europäischer Ebene im Zuge der Aufklärung etwa Voltaire, Diderot und Hume – schon Jahrzehnte vor ihm getan.
Was Nietzsches Schriften interessant macht ist seine „Vollendung des Atheismus“, das konsequente Abschließen mit einer auf göttliche Mächte ausgerichtete Lebensweise und Werten, nicht als Verneinung dieser sondern als Abschluss, nicht mehr a-Theismus sondern „zur Wiederanerkennung der Welt als Welt“. Den ganzen Beitrag lesen
Liquid democracy – eine Alternative? Teil 2
Was in Deutschland nur auf Landesebene durchgeführt werden kann und nur selten auch durchgeführt wird ist der Volksentscheid. Hier hat jeder wahlberechtigte Bürger die Möglichkeit, seine Meinung zu einer vorgegebenen Frage etwa mit “ja” oder “nein” anzugeben. In unserem Nachbarland der Schweiz wird das etwas konsequenter gehandhabt, das jüngste Resultat zum Minarett-Verbot hat große Wellen geschlagen. Schauen wir uns doch an diesem Beispiel an, wie eine direktere Volksbeteiligung funktioniert.
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Liquid democracy – eine Alternative? Teil 1
Die Situation:
Demokratie scheint für unsere derzeitige Regierungsform etwas hochgegriffen zu sein, das Volk herrscht nicht. Es darf alle paar Jahre einen von verschiedenen und ähnlichen unverbindlichen Katalog von Versprechungen (sog. Wahlkampfprogramme) wählen, in der Hoffnung, dass wenigstens einige dieser Punkte mit der dranhängenden Partei – also überwiegend Menschen, die durch parteiinterne Mechanismen an die Positionen gekommen sind – in die Regierung kommen und keinen Koalitionsverhandlungen zum Opfer fallen.
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ad populum und Schwarmintelligenz
Schwarmintelligenz ist seit einiger Zeit in aller Munde und bezeichnet den Effekt, dass soziale Gemeinschaften als “Superorganismus” eigene Intelligenz aufweisen können. Das äußert sich beispielsweise in Form von sehr präzisen Schätzergebnissen wenn man den Mittelwert von Einzelschätzung der Mitglieder einer hinreichend großen Gruppe nimmt, handele es sich um das Gewicht eines Autos oder Steuerimpulse für einen Hubschrauber.
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Definition: ad populum
ad populum bezeichnet einen klassischen Fehlschluss in der Argumentation bzw. der Logik. Es wird fälschlicherweise unterstellt, dass eine allgemeine Mehrheit für ein Argument oder eine These ein Indiz für deren Richtigkeit ist.
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